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Stationen des priesterlichen und karitativen Dienstes von Pater Gerhard Lagleder in Südafrika

Lebensaufgabe in Südafrika

Seit seiner Aussendung durch die Erzabtei St. Ottilien verbindet Pater Gerhard Lagleder OSB benediktinische Spiritualität, priesterlichen Dienst und organisierte Hilfe für kranke, arme und schutzbedürftige Menschen im Zululand.

Priesterlicher Dienst

Die Sorge für den ganzen Menschen schließt immer auch die seelsorgliche Begleitung ein: die persönliche Begleitung Schwerkranker und ihrer Familien und die Sakramente (Taufe, Beichte, Eucharistie, Eheschließung, Krankensalbung). Diese Verbindung von Liturgie und tätiger Nächstenliebe ist kein Zusatz zum Hilfswerk, sondern sein geistlicher Mittelpunkt.

Menschenwürde und kulturelles Verstehen

Ganzheitliche Hilfe beginnt mit dem Respekt vor der Würde, der Geschichte und der Kultur jedes Menschen. Darum gehörte es von Anfang an zum Auftrag, nicht nur Not zu lindern, sondern den Menschen zuzuhören, ihre Lebenswelt zu verstehen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

Pastorale Begleitung

Die am 3. September 1996 gesegnete Kirche im Care Centre wurde zum geistlichen Mittelpunkt für Patienten, Kinder, Mitarbeitende und Mitglieder. Die historische Bilddokumentation zeigt Krankenbesuche und die Feier der Sakramente: Taufe, Beichte, Eucharistie, Eheschließung und Krankensalbung.

Damit folgt das Haus bewusst der alten Hospitaltradition des seligen Gérard: Der kranke Mensch wird nicht nur gepflegt, sondern als ganzer Mensch mit seinen körperlichen, seelischen und geistlichen Bedürfnissen begleitet. Liturgie und tätige Nächstenliebe gehören deshalb untrennbar zusammen.

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Zulu-Traditionen und traditionelle Heilkunde

Pater Severin Pschorn OSB und Schwester Romualda führten Pater Gerhard 1987 nicht nur in die isiZulu-Sprache, sondern auch in Denkweisen, Ängste, Mythologie und religiöse Vorstellungen der Zulu ein. Eine bereits auf den 29. Mai 1987 datierte Aufnahme eines isangoma-Tanzes bei kwaPhindangene belegt, wie früh diese kulturelle Lernphase begann.

Pater Gerhards spätere Dokumentation unterscheidet sorgfältig zwischen isangoma als spiritueller Diagnostikerin beziehungsweise spirituellem Diagnostiker und inyanga als Kräuterkundigem. Sie anerkennt reales Heilwissen, beschreibt aber auch Risiken einzelner Deutungen und Behandlungen. Dieses Verständnis half, medizinische und pastorale Hilfe respektvoll, klar und verständlich anzubieten.

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Inkamana – klösterliche Heimat und Auftrag

Pater Gerhards Missionsarbeit in Mandeni stand und steht im Zeichen des Auftrags seiner benediktinischen Gemeinschaft. Am 30. Januar 1987 kam er in der Abtei Inkamana an, die seine klösterliche Heimat in Südafrika wurde. Von hier aus erfüllte er seinen priesterlichen und karitativen Auftrag im Zululand. Bereits am 10. Februar 1987 brachte ihn Abt Gernot Wottwah OSB zur St. Francis Xavier Mission nach Mahlabathini. Dort wirkte er als Kaplan und erlernte die Sprache und Lebensweise der Zulu.

Im Oktober 1990 übernahm Pater Gerhard die Leitung der Pfarrei Mangethe, im April 1991 folgte zusätzlich die der Pfarrei Mandeni. Um die karitative Arbeit der Kirche in beiden Gemeinden effektiv zu organisieren, gründete er am 28. Oktober 1992 die „Brotherhood of Blessed Gérard“. Diese Organisation wuchs so stark, dass er am 26. Juli 2001 für ihre Leitung freigestellt wurde.

Dennoch amtierte er vom 18. Januar 2010 bis zum 28. Februar 2011 als Zellerar der Abtei. In einem von ihm scherzhaft „Time-share-Modell“ genannten Arbeitsrhythmus verbrachte er wöchentlich vier Tage im Kloster und drei Tage in Mandeni. Die dreistündige Fahrt war 226 Kilometer lang. Seine Aufgaben umfassten die Klosterverwaltung, das Finanzwesen samt Umstellung auf Internet-Banking, die Reorganisation der Ablage, den Einkauf, die Instandhaltung sowie die Budgetverantwortung für die bekannte High School mit Internat.

Abt Godfrey entband ihn schließlich auf eigene dringende Bitte vom Zelleraramt. So konnte er sich ganz der damals gefährdeten Finanzierung des AIDS-Behandlungsprogramms widmen. Genau diese Doppelaufgabe zeigt: Mandeni war kein privates Einzelprojekt, sondern ein Werk im Auftrag und in geistlicher Verbundenheit mit seiner Gemeinschaft.

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Ein Werk aus dem Glauben

Die Brotherhood of Blessed Gérard wurde am 28. Oktober 1992 in Mandeni gegründet. Das Protokoll des ersten offiziellen Treffens vom 5. November 1992 dokumentiert die Vorstellung bei Bischof Mansuet Biyase und die Bildung des ersten Executive Council. Bis zur Gründung des Care Centres gehörten sämtliche Aufgaben unmittelbar zur Brotherhood. Später wurden die karitativen Arbeitsfelder auf das Blessed Gérard’s Care Centre und – für die frühkindliche Bildung – auf das BGECDC übertragen. Die Brotherhood unterstützt beide Werke heute finanziell, moralisch und organisatorisch.

„Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein, weil der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der Welt ist – und weil, so Gott will, es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten wollen, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen.“

Wichtige Lebens- und Werkstationen

  • Aussendung als Missionar aus der Erzabtei St. Ottilien.
  • Ankunft als Neumissionar in der Abtei Inkamana.
  • Kaplan in der St. Francis Xavier Mission, Mahlabathini.
  • Pfarrer in Mangethe.
  • Pfarrer in Mandeni.
  • Gründung der Brotherhood of Blessed Gérard in Mandeni.
  • Erstes offizielles Treffen nach der Gründung mit Bischof Mansuet Biyase; Bildung des ersten Executive Council. Originalprotokoll in moderner Word-Fassung →
  • Einrichtung des Poor Sick Fund – des ersten organisierten Hilfsdienstes der jungen Brotherhood.
  • Einrichtung des Relief Fund für akute Notlagen außerhalb fester Projektgrenzen.
  • Frühe gemeinsame Planung von Ernährungsprogramm, Hauswirtschaftsausbildung, Community Development und Hospiz. Originalprotokoll in moderner Word-Fassung →
  • Gründung des Blessed Gérard’s Bursary Fund, um begabten jungen Menschen aus armen Familien Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen.
  • Eröffnung der Klinik für unterernährte Kleinkinder und Säuglinge.
  • Eröffnung des Twilight Club, des späteren Blessed Gérard’s Friendship Club, für ältere Menschen in Mangete und Mandeni.
  • Beginn des ersten dreiwöchigen Kurses der Hauswirtschaftsschule; Abschluss am 11. Juni 1993 mit Prüfung und Zertifikat.
  • Beginn der Aufklärungsarbeit zu HIV und AIDS.
  • Eröffnung des Kindergartens in einem provisorisch abgeteilten Teil der Kirche von oWhebede.
  • Segnung und Eröffnung des eigenen Kindergartengebäudes.
  • Aktivierung eines detaillierten Katastrophenschutzplans wegen der vorhergesagten Tugela-Überschwemmung; 31 örtliche Mitglieder standen zum Einsatz bereit.
  • Segnung und Eröffnung des Blessed Gérard’s Care Centre.
  • Der Palliativdienst betreut sieben stationäre Patienten, fünf Tagespatienten und 60 Menschen mit wöchentlichen Hausbesuchen.
  • Einweihung des First Aid and Emergency Service und Segnung seiner Ausrüstung durch Bischof Mansuet Biyase.
  • Geordneter Beginn des Kinderheims mit zehn Kindern und zwei hauptamtlichen Caregivers in provisorischen Räumen des Care Centre.
  • Offizielle Einweihung des Kinderheimprojekts und des Blessed Gérard’s Disaster Relief Project durch Großhospitalier Albrecht Freiherr von Boeselager.
  • Segnung und Eröffnung des eigenen Kinderheimgebäudes.
  • Erster Patient im HAART-Programm.
  • Medikamentenhilfe für die Tsunami-Gebiete in Indien und Thailand; BBG-Mitglieder wirken außerdem in der Krisenintervention für Heimkehrende mit.
  • Aufnahme des Care Centre in die Hospice Association of KwaZulu-Natal; Beginn einer neuen Phase professioneller Vernetzung und Qualitätsentwicklung.
  • Segnung der großen Erweiterungen des Care Centres.
  • Einweihung eines weiteren Kinderheimflügels und des neuen Fußballplatzes.
  • Beginn des betreuten Jugendwohnens in zwei Übergangshäusern für ältere Jungen und Mädchen.
  • Bezug von vier familienähnlichen Wohneinheiten im erneuerten Kinderheim.
  • Segnung und Inbetriebnahme eines neuen Ambulanzfahrzeugs für den stationären und ambulanten Palliativdienst.
  • Der BGCC-Vorstand beendet die Malnutrition Clinic als eigenständigen Dienst; die Nahrungsmittelhilfe wird über den Relief Fund fortgeführt.
  • Vorstellung der Erfahrungen aus KwaZulu-Natal bei den Vereinten Nationen in New York.

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Das umfassende Hilfsnetz

  • Hospiz- und Palliativpflege: Tagespflege, ambulante und stationäre Versorgung sowie Hauskrankenpflege
  • HIV/AIDS-Aufklärung, Beratung und antiretrovirale Behandlung
  • Kinder- und Jugendheim
  • Frühkindliche Bildung und Kindergarten
  • Malnutrition Clinic (1993–2026); Nahrungsmittelhilfe seither über den Relief Fund
  • Krankenhilfsfonds für dringend notwendige Behandlungen
  • Stipendienfonds
  • Nothilfe und Katastrophenhilfe
  • Erste Hilfe und Notdienst
  • Friendship Club – Gemeinschaft und Aktivität für ältere Menschen
  • Hauswirtschaftsschule und Nähschule als frühe Ausbildungsangebote
  • Ausbildung in Pflege, Beratung und Erster Hilfe
  • Pastorale und sakramentale Begleitung

Niemand soll allein bleiben – Hospiz und Hauskrankenpflege

Mit dem Care Centre wurde am 3. September 1996 auch das Blessed Gérard’s Hospiz eröffnet. Es sollte die Lücke zwischen Krankenhaus und Zuhause schließen: Wer in der vertrauten Umgebung gepflegt werden konnte, wurde dort durch mobile Teams und die Anleitung der Angehörigen unterstützt; wer zu Hause nicht ausreichend versorgt werden konnte, fand im Hospiz einen geschützten Ort mit fachlicher, menschlicher und seelsorglicher Begleitung.

Die mobile Arbeit ist spätestens im April 1997 konkret dokumentiert. Am 11. Februar 1999 wurden bereits 60 Menschen wöchentlich zu Hause besucht; zwei Monate später warteten 80 Interessierte auf einen Home-Nursing-Kurs. Bis Ende 1999 waren 109 Zertifikate ausgegeben. Der Dienst verband damit unmittelbare Pflege und Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Jahresbericht 2023/2024 weist die Kontinuität dieses Modells aus. Für 2024 nennt er 81 stationär aufgenommene Patienten, 1.917 Krankenbesuche, 204 Untersuchungsbesuche zu Hause und 269 Patiententransporte. Ein am 27. Juli 2023 gesegnetes neues Ambulanzfahrzeug stärkte diese Verbindung von stationärer und ambulanter Versorgung.

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Ein guter Anfang – Kindergarten und BGECDC

Der Kindergarten von oWhebede begann am 1. September 1994 in einem provisorisch abgeteilten Teil der katholischen Kirche. Die Gemeinde hatte um Betreuung für ihre Kinder gebeten; Pater Gerhard verband diese Bitte von Anfang an mit Vorschulerziehung, damit Armut nicht schon vor dem Schuleintritt die Entwicklungschancen festlegte.

Am 29. Juli 1995 segnete Bischof Mansuet Biyase das eigene Gebäude. Der zunächst von der Brotherhood und später vom Care Centre getragene Dienst wurde am 21. Juli 2022 als eigenständiges Blessed Gérard’s Early Childhood Development Centre rechtlich neu geordnet. Die staatliche NPO-Registrierung folgte am 10. März 2023. Das SARS-Schreiben vom 5. Mai 2025 bestätigt außerdem die Anerkennung als Public Benefit Organisation; die Steuerbefreiung gilt ab 12. Dezember 2024 und die Section-18A-Begünstigung für Spenden ab 10. März 2025.

Eine staatliche Registrierungsurkunde vom 28. August 2025 verzeichnete 58 eingeschriebene Kinder. Die Einrichtung bleibt rechtlich eigenständig und zugleich historisch, räumlich und in ihrem Auftrag eng mit BBG und BGCC verbunden.

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Die Kinder waren zuerst da – Kinder- und Jugendheim

Das Blessed Gérard’s Children’s Home begann nicht mit einem fertigen Gebäude, sondern mit Kindern, die bereits im Care Centre Schutz gefunden hatten und nicht sicher zurückgeschickt werden konnten. Am 2. Mai 2000 beschloss der Rat die formelle Einrichtung; am 15. Mai begann der geordnete Betrieb mit zehn Kindern und zwei Caregivers in provisorischen Krankenzimmern. Am 9. Juli weihte Großhospitalier Albrecht Freiherr von Boeselager das Projekt offiziell ein.

Am 15. Dezember 2002 wurde das eigene Kinderheimgebäude eröffnet und von Bischof Mansuet Biyase gesegnet. Erweiterungen folgten 2007/2008 und 2012/2013. Für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis 31. März 2023 liegt außerdem ein Service Level Agreement mit dem KwaZulu-Natal Department of Social Development über einen staatlichen Leistungs- und Förderrahmen für kombinierte gesetzliche Sozialdienste vor. Die erhaltene Fassung ist allerdings nicht unterzeichnet und enthält weder Leistungsplan noch Budget- oder Bewilligungsanlagen; konkrete Förderbeträge lassen sich daraus daher nicht ableiten.

Seit 2021 bereiten zwei Übergangshäuser ältere Jugendliche auf ein eigenständiges Leben vor. Der Umbau ab 2023 ersetzte große institutionelle Bereiche durch kleinere familienähnliche Wohneinheiten; vier davon wurden am 2. Februar 2024 bezogen und am 12. Juli 2024 offiziell eröffnet und von Kardinal Wilfrid Fox Napier gesegnet.

Das staatlich anerkannte Child and Youth Care Centre verbindet Schutz, medizinische Versorgung, Schule und Ausbildung mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche nicht festzuhalten, sondern zu einem möglichst selbständigen Leben zu befähigen. Persönliche Geschichten werden nur datenschutzgerecht und ohne identifizierende Angaben veröffentlicht.

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Medizinische Hilfe darf nicht am Geld scheitern

Der Poor Sick Fund war der erste organisierte Hilfsdienst der jungen Brotherhood. Er wurde am 18. Dezember 1992 eingerichtet, um notwendige Behandlungen für arme Kranke zu ermöglichen. Eine prägende frühe Aktion war 1993 der Aufruf „Have a heart for a heart“: Die Brotherhood garantierte den nicht versicherten Teil einer lebensrettenden Herzoperation und sammelte die benötigten Mittel.

Der bis heute geltende Grundsatz ist ebenso einfach wie sorgfältig: Jede Hilfe wird geprüft; Geld wird nicht bar an Hilfesuchende ausgezahlt, sondern direkt mit Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken oder Sanitätsfachgeschäften abgerechnet. Der Fonds trägt unter anderem Diagnostik, Operationen, Medikamente, Hilfsmittel und notwendige Transporte.

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Übergabe von Nothilfe nach einem Hausbrand im August 2020

Hilfe, wenn die Not keinen Projektnamen hat

Am 4. Januar 1993 richtete die Brotherhood den Relief Fund ein, den heutigen Nothilfe-Fonds. Er hilft einzelnen Menschen und Familien bei akuter existenzieller Not – mit Lebensmitteln, Kleidung, Decken, Kochutensilien, Baumaterial, vorübergehender Unterkunft und fachlicher Beratung. Damit ist er klar vom medizinischen Poor Sick Fund und vom großräumigen Disaster Relief Project zu unterscheiden.

Schon 1993 zeigte der Bau eines Wassertanks bei der Behausung eines hautkranken Mannes das Leitprinzip: Nicht nur ein Symptom, sondern das praktische Hindernis für eine wirksame Behandlung sollte beseitigt werden. Sozialarbeitsberichte und Originalfotos dokumentieren außerdem umfangreiche Hilfen nach Bränden am 4. September 2019 und am 25./26. August 2020.

Seit dem BGCC-Vorstandsbeschluss vom 12. April 2026 wird auch die bisherige Nahrungsmittelhilfe der Malnutrition Clinic über den Relief Fund fortgeführt.

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Bildung als Weg aus der Armut – der Stipendienfonds

Schon am 3. Februar 1993 gründete die Brotherhood den Blessed Gérard’s Bursary Fund. Er hilft begabten und lernbereiten Schülerinnen, Schülern und Studierenden aus armen Familien im Raum Mandeni, wenn Schul-, Internats-, Lehrmittel- oder Studienkosten ihre Möglichkeiten übersteigen. Damit ergänzte die junge Gemeinschaft ihre unmittelbare Kranken- und Nothilfe früh um eine langfristige Form der Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Unterstützung wird nach Prüfung von Bedürftigkeit, bisherigen Leistungen und Ausbildungsperspektive entschieden. Das Geld wird nicht bar ausgezahlt, sondern direkt an die jeweilige Schule, Hochschule oder Universität überwiesen. Die historischen Richtlinien bevorzugen Bewerberinnen und Bewerber aus benachteiligten Verhältnissen sowie Ausbildungen in helfenden Berufen. Erfolgreiche Geförderte werden ermutigt, später selbst zum Fonds beizutragen, damit weitere junge Menschen dieselbe Chance erhalten.

Die historische Projektseite dokumentiert unter anderem einen Abschluss als Chemieingenieur im Jahr 2000 und zwei Abschlüsse in der Krankenpflege am 13. Oktober 2006. Der Jahresbericht 2023/2024 führt den Bursary Fund weiterhin als Dienst des Blessed Gérard’s Care Centre. Namen, Anträge, Zeugnisse und finanzielle Angaben weiterer Geförderter bleiben aus Datenschutzgründen unveröffentlicht.

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Gemeinschaft gegen Einsamkeit – der Friendship Club

Am 15. Mai 1993 eröffnete die Brotherhood den zunächst „Twilight Club“ genannten Treffpunkt für ältere Menschen. Die ersten erhaltenen Einladungen belegen eigene Gruppen in Mangete und Mandeni: regelmäßige Treffen mit Tee, Gesprächen und auf Wunsch organisierter Transporthilfe. Aus dem frühen Namen wurde später der „Blessed Gérard’s Friendship Club“ – Freundschaft beschrieb sein Ziel treffender.

Zum Programm gehörten Gesundheitsvorträge, Gymnastik, Spiele, Handarbeiten und vor allem verlässliche Gemeinschaft. Der Club wollte Isolation durchbrechen und älteren Menschen neue Kontakte ermöglichen. Die historische Projektdokumentation belegt seine Tätigkeit von 1993 bis 2013; ein formeller Schließungsbeschluss ist daraus nicht abzuleiten.

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Vorbereitet sein – Katastrophenhilfe über Grenzen hinweg

Als für den 26. Januar 1996 schwere Überschwemmungen des Tugela vorhergesagt wurden, entwarf die Brotherhood einen vollständigen Notfallplan: zwei Unterkünfte in Sundumbili und Mandeni, eine Einsatzzentrale sowie Teams für Organisation, Medizin, Betreuung, Verpflegung und Transport. Von 44 alarmierten aktiven Mitgliedern waren 31 unmittelbar einsatzbereit.

Im März und April 2000 wurde aus dieser Bereitschaft grenzüberschreitende Praxis. Für den Malteser-Einsatz nach der Flutkatastrophe in Mosambik stellte die Brotherhood Geländefahrzeuge, medizinische Zelte, Feldbetten und Material für Medikamentenausgabe und Patientendokumentation bereit. Am 9. Juli 2000 weihte Großhospitalier Albrecht Freiherr von Boeselager das daraus entwickelte Disaster Relief Project in Mandeni ein. Nach dem Tsunami von 2004 folgten Medikamentenlieferungen nach Indien und Thailand sowie psychologische Krisenintervention für Heimkehrende.

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Praktische Bildung – die Hauswirtschaftsschule

Vom 24. Mai bis zum 11. Juni 1993 veranstaltete die junge Brotherhood in der katholischen Kirchenhalle von Mandeni den ersten dreiwöchigen Kurs „Basic Training for Domestic Helpers“. Der Lehrplan verband gesprochenes Englisch, Kochen, Bügeln, Nähen, Hygiene und den sicheren Umgang mit Elektrizität und Haushaltsgeräten. Eine Abschlussprüfung und ein Zertifikat machten die erworbenen Kenntnisse nachweisbar.

Das Angebot war als Hilfe zur Beschäftigung und Selbständigkeit gedacht. Weitere Kurse wurden monatlich angeboten. Die erhaltenen englischen und isiZulu-Unterlagen dokumentieren Planung, Anmeldung, Teilnahmebestätigung und Zertifikatsvorlage; personenbezogene Teilnehmerdaten werden nicht veröffentlicht.

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Teilnehmerinnen der historischen Nähschule des Community Development Centre

Hilfe zur Selbsthilfe – die Nähschule

Am 1. Juni 1993 nahm das Community Development Centre seine Arbeit auf. Seine Nähschule vermittelte arbeitslosen Frauen nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern einen Weg zu Beschäftigung und selbständiger Arbeit. Bereits 1994 bestanden 49 Teilnehmerinnen den Grundkurs und 25 den Fortgeschrittenenkurs; Radio Zulu machte damals kostenlos auf das Angebot aufmerksam.

Die historischen Filmgespräche zeigen noch eine weitere Dimension: Eine eigene Erwerbsmöglichkeit konnte gefährdeten Frauen eine Alternative zur Prostitution eröffnen und damit zugleich HIV-Infektionen vorbeugen. Seit dem 1. Juli 1999 wurde die Schule unter Florence Mdletshe im Pfarrsaal von Mandeni neu aufgebaut; am 9. Juli 2000 zog sie in den erweiterten Flügel des Care Centre.

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